So ganz genau weiß ich es nicht mehr - aber 10 mal waren wir bestimmt schon in Griechenland. Aber dieses Urlaubsende werden wir wohl nicht so schnell vergessen .....
Warmes (Bade-) Wasser, blauer Himmel, viel Sonne und eine Stellplatzsituation die (zumindest uns) immer wieder nach Griechenland zieht. Klar - allein die Anfahrt von Eutin nach Ancona zur Fähre sind für uns schon 1.700 km. Große Distanzen sind nicht wirklich ein Problem für uns. Weite Strecken quer durch Europa haben uns bereits „im lt. Jahrtausend“ bis in die Osttürkei geführt. In diesem Jahr wollten wir nur das schöne Wetter geniesen, ausgiebig baden, schöne Motorradtouren durch die Berge machen und die ein oder andere Laufstrecke (ich bin aktiver Marathonläufer) noch in der warmen Jahreszeit erkunden. Obwohl wir sonst immer nach Igoumenitsa fahren - entschieden wir uns in diesem Jahr für Patras. Ich sollte vielleicht noch erwähnen, das ich im „vorwege“ (zu Hause) immer bereits Google Earth nutze, und mir einsame Buchen per Internet anschaue, um diese dann per Motorrad während des Urlaubes zu erkunden. Sollten dann die Straßenverhältnisse es zulassen - fahren wir dann auch mit unserem Mondial 44E in die Bucht. Irgendwann werde ich mal ein Buch „Der einsamen Buchten“ schreiben - aber das ist eine andere Geschichte.
Am 8. Oktober ging es ab Ancona los - Rückfahrt ab Patras sollte der 21. Oktober 2011 sein ... doch es kam ganz anders!
Rein wettertechnisch haben wir einen schönen Urlaub verbracht - das Wasser war in diesem Jahr noch 26 Grad war - unglaublich. Auch haben meine Frau Petra und ich beeindruckende Motorradtouren durch die Bergwelt des Peloponais gemacht. Enge Straßen, unbefestigter Untergrund, beeindruckende Kehren, alles Strecken, die man definitiv nicht mit einem Womo fahren kann.
Zurück zur Chronologie: Bereits nach wenigen Tagen bekamen wir mit, das einige Bereiche in Griechenland bestreikt wurden. Machte man abends den Fernseher (GR Fernsehen) an, sah man nur Bildberichte über Proteste und Streiks und teilweise brennende Objekte. Wenn man dann nicht die Landessprache beherscht - „steht man auf dem Schlauch“. Ein landesweit ausgesprochener Generalstreik ALLER Bereiche führte dann zu chaotischen Bedingungen! OK OK - wir bekamen davon nicht so viel mit, aber als langsam durchsickerte, das die Fähren nicht mehr fahren, die Grenzen „dicht“ waren, weil die Zöllner streikten - stieg doch so langsam die Frage auf: Wie kommen wir eigentlich nach Hause? Wir waren bereits mehrmals „umgebucht worden“ - doch die Informationen die wir von der Dt. Botschaft Athen (per Telefon) bekamen, war alles andere als beruhigend! Selbst der ADAC (Griechenland) konnte nur eingeschränkt helfen. Innerhalb der wartenden Wohnmobilfahrer stieg die Anspannung. Klar - bei vielen war der Urlaub zu Ende, das Reisemobil war nur gemietet, die Kinder mussten eigentlich auch schon wieder in der Schule sitzen. Auch unser Urlaub war bereits „zu Ende“. Nur mein Sohn Tim fand es nicht so schlimm - das seine Herbstferien „verlängert“ worden sind.
Wir mußten also eine Entscheidung treffen - denn der Generalstreik wurde auf unbestimmte Zeit verlängert. Mich beschlich ein ungutes Gefühl. Hier einige Beispiele: Rückreise über Albanien oder Matzedonien nur möglich mit Reisepaß - wir hatten nur Personalausweise mit. Grüne Versicherungskarte muss für alle Länder (!) die man durchfährt gelten. Wir hatten zum Glück genug Bargeld - aber halt nur Euro und keine Landeswährungen der zu durchfahrenden Länder (der Euro wurde aber liebend gerne genommen!) Sicherlich hat jeder von uns die (deutschsprachigen Tel.-Nr. der Botschaften und vom ADAC in seinem Handy gespeichert! Kartenmaterial von zu durchfahrenden Ländern hat man dabei!
Die Beschaffung von (deutschsprachigen) Informationen in so einer Situation ist von elementarer Bedeutung! Ich war heilfroh, das ich ein internetfähiges (Foto-) handy habe, womit ich (und nicht nur mir!) Informationen besorgen konnte. Fehlendes Kartenmaterial über Bulgarien, Serbien und Co. habe ich kompensiert, durch Fotos die ich mit dem Handy gemacht habe - Fotos von Straßenkarten andere Wohnmobilisten (s.Foto).
Mit einem 20 l Reservekanister und vollgetankt fuhren wir abends los. Eigentlich fährt man niemals nachts in Griechenland - die (Neben-) straßen sind einfach zu schlecht bzw. sehr schlecht abgesichert. Demonstationen und Randale in Athen und Thessaloniki, zwangen mich diese beiden Großstädte, großräumig zu umfahren - ein weiterer Grund tief in der Nacht zu fahren! Mein Ziel war Bulgarien. Nach Aussage der Dt. Botschaft „... arbeiten dort die Zöllner...“ und wirklich ... wir kamen über die Grenze! Auch wenn wir wußten, das jetzt ein sehr langer Tripp vor uns lag (Bulgarien, Serbien, Kroatien, Slowenien, Österreich, Deutschland) so waren wir doch sehr froh Griechenland verlassen zu haben! Die Rückreise durch Bulgarien und Serbien „entpuppte“ sich dann auch noch als eine „Geschichtsstunde“ ersten Ranges für meinen 17jährigen Sohn. Die (offensichtliche) Armut, die Wohnungssituation (und vor allem) die Umweltverschmutzung sind wirklich sehr prägend. Ich war zwar schon vor 25 Jahren den (berüchtigten) Autoput mit dem Womo gefahren (ist heute harmlos), aber die Ansammlung von Dreck und Müll (!) -speziell in Serbien- .... dagegen ist Griechenland ein sauberes Land. Bei der Grenzkontrolle in Kroatien fühlte ich mich an die Grenzekontrolle zur DDR erinnert. Irgendwie „mochte“ uns der 3. (!) Zöllner nicht. Wir mussten über 2 Stunden an der Grenze „warten“ - eher wir weiterfahren durften.
Alles in Allem war der Urlaub 2011 in Griechenland schön. Aus zwei Wochen wurden drei Wochen. Wir lieben dieses Land - allein schon wegen der unkomplizierten Art und Weise wie man dort stehen kann. Mir tun die (einfachen) Mensch dort sehr leid. Sie müssen die Unfähigkeit der verantwortlichen Politiker „teuer“ bezahlen. Kraftstoffpreise (Diesel) von 1.60 Euro sprechen eine deutliche Sprache - denn die Masse der einfachen Leute verdienen nicht so viel Geld wie hier in Deutschland.
Sicherlich - wir werden wieder nach Griechenland fahren - aber ich denke wir werden wohl jetzt ein paar Jahre warten.
Gruß
Klaus
Rofallski