Auch das passiert beim Überwintern: Man spricht am Telefon mit jemandem in Deutschland, der berichtet von Zahnproblemen.
Hörer aufgelegt, auf einen Keks gebissen und der in Deutschland bereits devitalisierte Backenzahn bricht teilweise weg...
Also auf zum Zahnarztstudio hier am Ort, natürlich mit sehr viel Skepsis im Gepäck.
Was erwartet mich da hinter dem verspiegelten Eingangsbereich ? Jemand der den Bohrer per Fahrradpedal ankurbelt ?
Im Gegenteil:
Voruntersuchung: Panorama Aufnahme mit dem gleichen Gerät das mein Zahnarzt in Deutschland hat.
Ob er das Ganze nicht irgenwie provisorisch zukleben könne bis ich dann in Deutschland im April die Krone machen lassen könnte ?
Hmmm, provisorisch reparieren ... ?
Dr. Silvio Mule' schaut mich beleidigt an wie ein getretener Straßenhund auf der Via Pozzallo - Marza.
Studium in New York, aus persönlichen Gründen wieder in Italien, zwei Praxen in Syracusa und Pozzallo, 12 Angestellte.
Man sollte das richtig angehen und aufbauen, dann 'ne Krone drüber, ansonsten könnte bis April noch mehr auseinanderbrechen.
Er zeigt mir bebildert den Ablauf bis zur fertigen Krone nach neuestem Standard.
Ok,ok, Vertrauen gefaßt, dann los...
Zwei Tage später Vorbereitung und Provisorium, Abdrücke digital, nicht mehr mit dieser elenden Abdruckmasse an der man regelmässig
Erstickungsanfälle bekommt. Fünf Tage später wird die fertige Porzellankrone eingesetzt.
Warum ich dies schreibe ?
Weil über das italienische Gesundheitssystem in Deutschland oftmals so negativ berichtet wird.