Danke..sehr gut und ausführlich geschildert.Males hat geschrieben: Mittwoch 10. Juni 2020, 20:15 Kleiner Tipp in diesem Zusammenhang.
Seit jeder auf Wassersparen getrimmt ist, verstopfen immer mehr Abflüsse.
Grund dafür ist, dass das Abwasser prozentual zur Durchflussmenge mehr Verunreinigungen in sich trägt als früher, da weniger Frischwasser verwendet wird.
Durch Wasserspareinsätze in der Zuleitung wird die Fließgeschwindigkeit in der Zuleitung verringert.
Weniger Wasser rein, macht auch weniger Wasser raus.
Die Fließgeschwindigkeit wird also auch in der Abwasserleitung reduziert.
Kommen dann noch Knicke oder Siphons in den Abwasserleitungen hinzu reduziert sich die Fließgeschwindigkeit noch weiter und es lagern sich dort Trübstoffe, Seifen, und andere Partikel ab.
Diese führen dann auf Dauer zur Verringerung des realen Durchmessers der Leitung.
Ab da dreht sich der Teufelskreis immer schneller.
Wie kann man den Durchbrechen?
1. Mehr Wasser längere Zeit laufen lassen, um die Leitungen gelegentlich auch zu Spülen, damit Teile der abgelagerten Partikel von Zeit zu Zeit mitgerissen werden können.
Ja das ist nur bedingt zielführend.![]()
2. Fließgeschwindigkeit in der Abflussleitung von Zeit zu Zeit erhöhen.
Das kann dadurch erfolgen, dass eine größere Menge (Ab-)Wasser auf einmal zum abfließen gebracht wird. Klappt aber nur Wenn das Abflussrohr oder der Abflussschlauch im Querschnitt noch nicht zu stark verringert ist.
Dies macht man z.B. indem man einen Eimer Wasser in den Abfluss kippt. Aber nicht schluckweise, sondern möglichst große Mengen auf einmal.
Am Waschbecken kann man auch den Stöpsel schließen und mit geschlossenem Stöpsel Hände waschen oder Zähneputzen bzw. sonstigen Wasserverbrauch sammeln.
Wenn dann das Waschbecken gut gefüllt ist und man den Stöpsel zieht, dann fließt im Normalfall eine viel größere Menge Abwasser gleichzeitig ab, was zur Erhöhung der Durchflussgeschwindigkeit führt. Und ja, man muss dann das Waschbecken leider etwas reinigen. Aber es reicht, wenn man dieses Verfahren von Zeit zu Zeit anwendet.
Durch die höhere Fließgeschwindigkeit werden in den meisten Fällen Ablagerungen gelöst und mitgerissen und es erhöht sich der Querschnitt wieder.
Das gilt übrigens für die Sanitärinstallation der Mobilie (Wohnmobil) genau so wie in der Immobilie.
Hinzu kommt beim Wohnmobil die kleinere Entlüftung des Wassertanks/Leitung gegenüber der Hausinstallation.
Dadurch setzt sich die Entlüftung schneller zu und verschärft das Problem.
Bei einer höheren Fließgeschwindigkeit, also wenn mehr Wasser im Tank gleichzeitig ankommt, entsteht mehr Abluft, die im günstigen Fall die Abluftleitung wieder etwas freiblasen kann.
Natürlich gibt es beim Abwasser wie bei anderen Dingen auch, nicht nur eine mögliche Ursache.
Aber wenn man das obige egal ob in der Hausinstallation oder im Wohnmobil beachtet, wird es sicher nicht schlechter.
Zweifel?
Dann stellt Euch mal selber folgende Fragen:
Wo läuft das Wasser im Wohnmobil am besten ab?
Zumindest wenn nicht zuviel anderes an dieser Stelle im Abfluss landet, läuft dort das Wasser am besten ab, da dort regelmäßig größere Mengen beim entleeren des Spülbeckens durchgespült werden.
Wo am schlechtesten?
Meist an der Dusche. Das liegt natürlich auch am geringeren Gefälle, aber auch daran dass dort keine große Mengen auf einmal kommen. Aber wenigstens längere Zeit überhaupt die Leitung durchgespült wird.
Wo ist es noch schlecht?
Am Waschbecken, weil dort am meisten Wasser gespart wird und daher selten größere Mengen Abwasser anfallen die über eine längere Zeit ablaufen.
Nicht an jedem Problem ist der Konstrukteur oder der Installateur schuld, manchmal ist es auch das geänderte Nutzerverhalten.
Aber nicht bei jedem Problem ist der Konstrukteur oder der Installateur schuldlos.
Ich möchte noch zwei Pkt. ergänzen:
Im Spülbecken keine Fettreste wegspülen da trotz heißem Wasser mit Spüli das Wasser in den abgehenden Leitungen erkaltet und sich das Fett dann an den Wandungen der Abwasserleitung absetzt und diese auch zusetzt. Lieber eine Abwaschschüssel in das Spülbecken stellen und das fettige Abwaschwasser an der VE-Station ausgießen oder in einem transportablen Abwassertank zwischenlagern.
Gelegentlich mit einem Essig-Toilettenreiniger ( z.B. von Frosch) die Leitungen druchspülen, d.h. eine Tasse Essigreiniger in den Ausguß oder den Duschablauf geben...nach 15 Min. mit zehn Liter Wasser nachspülen (Falteimer hat jeder dabei..)
So hatten wir das zehn Jahre bei unserem Wohnwagen gehandhabt .
VG
Dirk